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Betriebsabrechnungsbogen (BAB) einfach erklärt

Was ein Betriebsabrechnungsbogen ist, wie er Gemeinkosten auf Kostenstellen verteilt, was das Stufenleiterverfahren ist und wie daraus Kalkulationssätze entstehen.

Datenbrücke · 30. Juli 2026

Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist das klassische Werkzeug der Kostenstellenrechnung. Er beantwortet die Frage, wo im Unternehmen welche Kosten entstehen – und macht aus verteilten Gemeinkosten belastbare Kostensätze. Dieser Beitrag erklärt Aufbau und Ablauf verständlich.

Wozu ein BAB?

Nicht alle Kosten lassen sich direkt einem Produkt oder Auftrag zurechnen:

  • Einzelkosten gehören direkt zu einem Kostenträger (z. B. das Material eines konkreten Produkts).
  • Gemeinkosten entstehen für mehrere Bereiche gemeinsam (z. B. Miete, Verwaltung, IT) und lassen sich nicht direkt zuordnen.

Der BAB verteilt genau diese Gemeinkosten verursachungsgerecht auf die Kostenstellen – und schafft so die Basis, um Preise zu kalkulieren und Bereiche zu vergleichen.

Der Ablauf in vier Schritten

  1. Kostenarten erfassen – welche Kosten sind angefallen (Personal, Material, Abschreibungen …)? Das ist die Kostenartenrechnung.
  2. Auf Kostenstellen verteilen – die Gemeinkosten werden über Verteilungsschlüssel (z. B. Fläche, Mitarbeiterzahl) den Kostenstellen zugeordnet.
  3. Hilfs- auf Hauptkostenstellen umlegen – Kostenstellen, die intern für andere leisten (z. B. Gebäude, IT), werden auf die Hauptkostenstellen umgelegt. Häufig per Stufenleiterverfahren.
  4. Kalkulationssätze ableiten – je Hauptkostenstelle entstehen Zuschlags- bzw. Kalkulationssätze für die Preisermittlung.

Kostenstelle, Kostenträger, BAB

Der BAB steht im Zentrum der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR):

  • Die Kostenstelle sagt, wo Kosten entstehen (Abteilung, Standort, Maschine).
  • Der Kostenträger sagt, wofür (Produkt, Auftrag, Projekt).
  • Der BAB ist die Auswertung, die beides verbindet – von der Kostenart über die Kostenstelle bis zum Kostenträger.

Wie Kostenstellen grundsätzlich funktionieren und ausgewertet werden, lesen Sie in Kostenstellenauswertung mit DATEV.

BAB in DATEV

In der DATEV-Kostenrechnung ist der BAB die Grundauswertung: Über eine Zeilenstruktur werden Kostenarten, Verteilungen und Umlagen abgebildet; daraus entstehen der BAB und ergänzende Auswertungen wie Chefübersicht, Zeitreihe und Kostennachweis. Voraussetzung ist, dass Buchungen mit Kostenstelle bzw. Kostenträger (den KOST-Feldern) erfasst sind.

Gut zu wissen: Die Verteilungen und Umlagen (Hilfs- auf Hauptkostenstellen, innerbetriebliche Leistungsverrechnung) werden in der DATEV-Kostenrechnung eingerichtet und berechnet. Die offizielle Anleitung dazu stellt DATEV im Ratgeber zu Kostenstellen und BAB bereit.

Und in der Praxis?

Sind Kostenstellen und BAB in DATEV sauber eingerichtet, geht es beim Steuern vor allem um die Aufbereitung: Die Datenbrücke liest die Kostenrechnung direkt aus DATEV, zeigt Kostenstellen und Soll-Ist automatisch – bis zur Einzelbuchung nachvollziehbar – und fasst mehrere Gesellschaften summarisch zusammen.

Mehr zur Kostenstellenauswertung →

Häufige Fragen

Was ist ein Betriebsabrechnungsbogen (BAB)?

Der BAB ist eine tabellarische Auswertung der Kostenstellenrechnung. Er verteilt die Gemeinkosten auf die Kostenstellen und legt die Hilfskostenstellen auf die Hauptkostenstellen um. Ergebnis sind belastbare Kostensätze je Kostenstelle – die Grundlage für Kalkulation und Steuerung.

Wozu dient der BAB?

Er macht transparent, wo im Unternehmen welche Kosten entstehen, und liefert Zuschlags- bzw. Kalkulationssätze für die Preisermittlung. Damit lassen sich Wirtschaftlichkeit und Rentabilität einzelner Bereiche beurteilen.

Was ist der Unterschied zwischen Einzel- und Gemeinkosten?

Einzelkosten lassen sich einem Kostenträger direkt zurechnen (z. B. Material eines Produkts). Gemeinkosten fallen für mehrere Bereiche gemeinsam an (z. B. Miete, Verwaltung) und müssen erst über Verteilungsschlüssel auf die Kostenstellen verteilt werden – genau das leistet der BAB.

Was ist das Stufenleiterverfahren?

Ein Verfahren der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung: Die Kosten der Hilfskostenstellen werden schrittweise („stufenweise“) auf die nachgelagerten Kostenstellen umgelegt. Es ist einfacher als das mathematisch exakte Gleichungsverfahren und in der Praxis weit verbreitet.

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