DATEV-Daten automatisiert nutzen: Export, DATEVconnect und Online-Schnittstellen
Welche Wege es gibt, um an die eigenen DATEV-Daten zu kommen – manueller Export, DATEVconnect, Online-Schnittstellen –, was jeder Weg voraussetzt und woran Cloud-Anwendungen typischerweise scheitern.
Die Zahlen liegen in DATEV – vollständig, geprüft, aktuell. Die eigentliche Arbeit fängt an, wenn man sie außerhalb von DATEV braucht: für Auswertungen, für ein BI-Werkzeug, für Excel, für eine eigene Anwendung. Dafür gibt es drei Wege, und sie unterscheiden sich grundlegender, als die Namen vermuten lassen.
Der Export: geht immer, skaliert nie
Jedes DATEV-Rechnungswesenprogramm kann Daten herausschreiben – Summen- und Saldenliste, Buchungssätze, Stammdaten, meist als ASCII- oder CSV-Datei. Das kostet nichts, braucht keine Freischaltung und ist für eine einmalige Analyse völlig in Ordnung.
Der Haken ist nicht die Technik, sondern die Wiederholung. Ein Export ist eine Momentaufnahme: Er altert ab der Sekunde seines Entstehens, er muss jemand anstoßen, und je mehr Mandanten und Jahre dazukommen, desto mehr wird daraus ein monatliches Ritual. Wer Controlling betreiben will, baut auf einem Export keine tragfähige Grundlage.
DATEVconnect: die Schnittstelle mit dem vollen Zugriff
Für den automatisierten Austausch gibt es DATEVconnect. Darüber sprechen andere Programme – Warenwirtschaft, ERP, Auswertungswerkzeuge – direkt mit den DATEV-Anwendungen. Der Zugriff reicht deutlich weiter als ein Export: Buchungen, Konten, offene Posten, Stammdaten, Kostenstellen, über Mandanten und Wirtschaftsjahre hinweg. Die Schnittstelle ist bidirektional angelegt; für Auswertungszwecke wird sie nur lesend gebraucht.
Vorausgesetzt werden ein DATEV-Rechnungswesenprogramm mit Grundpaket, das Programm DATEVconnect selbst und ein DATEV-Benutzer mit den passenden Rechten. Bestellen und freischalten kann das das Unternehmen selbst oder seine Steuerkanzlei – es ist ein regulärer Vorgang, kein Projekt. Die Einzelheiten stehen in der Leistungsbeschreibung DATEVconnect (Dok.-Nr. 0904166); die technische Beschreibung finden Anbieter im DATEV Developer Portal unter „Desktop APIs / Accounting".
Was es kostet
Die Schnittstelle selbst ist kostenlos: DATEVconnect steht im DATEV-Shop unter Art.-Nr. 95280 mit 0,00 € im Monat.
Geld kostet nur ein Zusatzprogramm – und es ist das entscheidende: DATEVconnect Kontobuchungen (Art.-Nr. 95355), 5,51 € im Monat. Es liefert die Einzelposten, also die einzelnen Buchungen hinter einem Saldo. Wer nur Summen braucht, kommt ohne aus; wer von der BWA-Zeile bis zur Buchung durchklicken will, nicht.
Das ist der ganze Posten – und damit meist der kleinste in jedem Auswahlgespräch, in dem er vorkommt. (Preise laut DATEV-Shop, Stand September 2026.)
Die Online-Schnittstellen – nicht dasselbe
DATEV bietet daneben Schnittstellen für Cloud-Anwendungen an. Sie sind der modernere Weg, aber der Lesezugriff auf Buchhaltungsdaten ist enger zugeschnitten. Für einzelne Anwendungsfälle genügt das; für ein Controlling, das von der BWA-Zeile bis auf das Sachkonto reicht, nach unserer Erfahrung nicht.
Diese Unterscheidung fällt in Auswahlgesprächen oft unter den Tisch: „Wir nutzen die DATEV-Schnittstelle" kann beides heißen – und der Unterschied entscheidet darüber, welche Auswertungen später überhaupt möglich sind.
Die Hürde, die selten jemand auf dem Zettel hat
DATEVconnect ist laut Leistungsbeschreibung für den Einsatz im eigenen Netzwerk vorgesehen. Von außen ist die Schnittstelle normalerweise nicht erreichbar – und genau daran scheitern Vorhaben, die sonst durchdacht sind. Wer eine Cloud-Anwendung an DATEV anbinden will, braucht einen gesicherten Weg vom Rechenzentrum in das Netz, in dem DATEV läuft.
Das ist lösbar. Aber es ist die Frage, die man einem Anbieter stellen sollte, bevor man sich für ihn entscheidet – und die man sich selbst stellen sollte, bevor man anfängt, etwas nachzubauen.
Die Datenbrücke bindet DATEV über DATEVconnect an – mit dem vollen Lesezugriff, den Auswertungen brauchen. Die Freischaltung erledigt das Unternehmen oder seine Kanzlei in wenigen Schritten; die Verbindung aus der Cloud in Ihr Netz stellen wir her, ohne dass bei Ihnen ein Projekt daraus wird.
Häufige Fragen
+ Was ist DATEVconnect?
DATEVconnect ist die Programmierschnittstelle, über die andere Anwendungen Daten mit den DATEV-Programmen austauschen – etwa Warenwirtschaft, ERP oder Auswertungswerkzeuge. Sie ist laut DATEV-Leistungsbeschreibung für den Einsatz im eigenen Netzwerk („on-premises") vorgesehen; die Schnittstellenbeschreibung steht Anbietern im DATEV Developer Portal unter „Desktop APIs / Accounting" zur Verfügung.
+ Was braucht man, um DATEVconnect zu nutzen?
Ein DATEV-Rechnungswesenprogramm samt Grundpaket, das Programm DATEVconnect selbst und einen eingerichteten DATEV-Benutzer mit den passenden Rechten. Bestellt und freigeschaltet wird es wie andere DATEV-Programme – das kann das Unternehmen selbst tun oder die Steuerkanzlei. DATEVconnect selbst ist kostenlos (Art.-Nr. 95280, 0,00 € im Monat); wer Einzelposten braucht – die einzelnen Buchungen hinter einem Saldo –, benötigt zusätzlich DATEVconnect Kontobuchungen (Art.-Nr. 95355) für 5,51 € im Monat. Stand September 2026.
+ Reichen die DATEV-Online-Schnittstellen nicht aus?
Für einzelne Anwendungsfälle ja. Für ein laufendes Controlling nach unserer Erfahrung nicht: Der Lesezugriff auf Buchhaltungsdaten ist dort deutlich enger zugeschnitten als bei DATEVconnect. Wer Buchungen, Konten, offene Posten und Kostenstellen über mehrere Mandanten und Jahre hinweg braucht, kommt an DATEVconnect kaum vorbei.
+ Kann eine Cloud-Anwendung auf DATEVconnect zugreifen?
Nicht ohne Weiteres – die Schnittstelle ist für das eigene Netzwerk ausgelegt und von außen normalerweise nicht erreichbar. Genau das ist die Hürde, an der viele Vorhaben hängen bleiben. Es gibt Wege, eine gesicherte Verbindung herzustellen; wer eine Cloud-Lösung auswählt, sollte den Anbieter fragen, wie er das löst.